Das Design
Vorbild: Wartburg 313-1
Der Sportwagen Wartburg 313-1 wurde im Automobilwerk Eisenach (AWE), auf der Basis des Wartburg 311 entwickelt und im Zeitraum von 1957 bis 1960 in einer Stückzahl von weniger als 500 Fahrzeugen gebaut. Der komplette Aufbau des 313 wurde vom Karosseriewerk Dresden geliefert. Beide Werke hatten namhafte Vorgänger: In Eisenach befand sich vor dem 2. Weltkrieg die wichtigste Automobilbau - Niederlassung von BMW. Hier wurden das Cabrio BMW 303 und so bekannte Typen wie BMW 315, BMW 319, BMW 326, BMW 327, BMW 335 und der elegante und erfolgreiche Sportwagen BMW 328 mit einer Gesamtstückzahl von 62.864 hergestellt. Nach dem Zweiten Weltkrieg enteignete die Sowjetische Militäradministration das Werk und übernahm zunächst selbst die Leitung. 1951 wurde den Eisenachern das Führen des Namens BMW durch die Münchener Bayerische Motoren Werke AG gerichtlich untersagt. Nach der Rückgabe aus der sowjetischen Verwaltung wurde das Werk 1952 von der DDR verstaatlicht und zunächst in Eisenacher Motorenwerk (EMW) umbenannt. 1953 erhielt das Werk den endgültigen Namen VEB Automobilwerk Eisenach (AWE). Zunächst wurde 1953 ein altes DKW-Modell mit Dreizylinder-Zweitaktmotor produziert, der IFA F9. Parallel liefen noch einige Zeit die alten BMW-Modelle weiter. 1955 kam dann der erste „Wartburg“ (Typ 311 und später der 312) auf den Markt, der auf dem gleichen Motor und weitestgehend der gleichen Technik des F9 basierte. Das Karosseriewerk Dresden geht auf die Gläserkarosserie GmbH zurück, die vor dem 2. Weltkrieg mit dem Bau von Karosserien für luxuriöse Cabriolets so renommierter Automobilhersteller wie Alfa-Romeo, Audi, Austro-Daimler, BMW, Cadillac, Ford, Hanomag, Horch, Maybach, Mercedes-Benz, Opel, Steyr, Stoewer und Wanderer, Weltruhm erreicht hatte. Das mit dem Wartburg 313, trotz der höchst widrigen Umstände der fortschreitenden Verstaatlichung der DDR - Wirtschaft, ein optisch so überaus gelungener Sportwagen entstand, lässt sich sicher auch mit der Tradition erklären, in der die beteiligten Ingenieure standen. Trotz der politischen Hindernisse des eskalierenden Ost - West Konfliktes, konnten Fahrzeuge bis in den USA verkauft werden. Leider fiel der Wartburg 313 dann schließlich doch der zentralen, staatlichen Führung der DDR zum Opfer. Ein eleganter, stilvoller Sportwagen passte nicht zum Bild vom Arbeiter- und Bauernstaat. Die Produktion musste 1960 eingestellt werden. Von den damals produzierten Fahrzeugen existieren heute noch etwa 200 Stück. Wenn die äußere Form des Wartburg 313-1 über jeden Zweifel erhaben ist, so gilt das nicht uneingeschränkt für die Technik, die sich dahinter verbirgt. Die Verwandtschaft zum IFA F9 war für einen Sportwagen eine Hypothek, die nur begrenzt, durch Modifikationen wett gemacht werden konnte. So konnten dem Dreizylinder-Zweitaktmotor, auch mit einem Doppelvergaser, nur 50PS entlockt werden. Das Gesamtgewicht hingegen war relativ hoch, so dass die Fahrleistung für einen Sportwagen zu wünschen übrig ließ.
Flächenmodell
Um die äußere Erscheinung des Wartburg 313, mit Hilfe der heutigen, sehr effizienten Möglichkeiten wieder entstehen lassen zu können, muss ein digitales Modell der Oberflächen erzeugt werden. Basierend auf den wenigen, noch vorhandenen Originaldokumenten, wird in vielen Stunden mühsamer Arbeit, Punkt für Punkt, Profilschnitt für Profilschnitt rekonstruiert. Dabei ist höchste Präzision notwendig, denn die Flächen müssen absolut fehlerfrei und krümmungsstetig sein, wenn man sie später zur Herstellung der Werkzeuge benutzen will.